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[
DIE BRANCHE
] |

von
Michael Strachowitz

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Sie wirklich

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Die
telefonische Terminabsprache
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design - bmp |
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Network-Marketing, MLM, Strukturvertrieb und Empfehlungsmarketing |
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Diese Begriffe – und es gibt noch einige mehr - bezeichnen
alle ein bestimmtes Vertriebssystem, das in den sechziger Jahre des 20.
Jahrhunderts zu seinem Siegeszug in Europa angetreten ist. Ähnlich wie
die Geschäftsidee des Franchising wurde es anfangs nicht ernst genommen,
dann verdächtigt, auch verunglimpft, aber schließlich als Teil unserer
facettenreichen Ökonomie akzeptiert. |
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Klassische
Direktvertriebe |
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die von Tür zu Tür
oder im Party-Verkauf Haushalts- und Reinigungsgeräte, Gar-Systeme,
Möbel oder Tisch- und Bettwäsche verkauften, gibt es schon seit über
einhundert Jahren. Manch einer spricht abfällig von „Klinkenputzern“ –
eine unfaire Herabwürdigung tüchtig arbeitender Außendienst-Verkäufer.
Deren einzige Einkommensquelle ist die Provision auf persönlich
verkaufte Waren oder Dienstleistungen. Ein hartes, aber einträgliches
Geschäft – bis zu einer gewissen Einkommensgröße. Der Verdienst lässt
sich nur durch mehr Kunden und höhere Umsätze pro Verkaufsabschluss
steigern. Das lässt sich nicht beliebig ausdehnen. Den eigenen
Entwicklungsmöglichkeiten sind also dort natürliche Grenzen gesetzt.
MLM, Network-Marketing und Strukturvertriebe haben diese Beschränkungen
aufgehoben – mehr dazu später. |
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Den Anfang
machten die Strukturvertriebe |
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aus dem
Finanzdienstleistungsbereich. Aus den USA kam eine schillernde, später
berüchtigte Persönlichkeit namens Bernhard „Bernie“ Cornfeld. Mit seiner
Firma IOS brachte er die Idee des Fondsparens und das Konzept des
Strukturvertriebs nach Deutschland. Das ganze endete mit der Vernichtung
von rund einer Milliarde D-Mark Spargeldern in einem gewaltigen
Skandal. Der Branche tat er damit keinen Gefallen. Aber es war der
Anfang des Strukturvertriebsgedankens in Deutschland. Bemerkenswert ist
nämlich, dass die Gründer aller heute existierenden großen
Finanz-Struktur-Vertriebe ursprünglich Führungskräfte im Vertrieb der
alten IOS waren. Dort hatten Sie ihr Handwerk gelernt und wussten nun,
welche Fehler es zu vermeiden galt. Entstanden sind so riesige und
renommierte Strukturvertriebe mit Milliarden-Umsätzen, in deren
Aufsichts- und Beiräten heute Persönlichkeiten aus Politik und
Wirtschaft, gelegentlich sogar ein Ex-Bundeskanzler, sitzen. |
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Dann kamen die
ersten Warenvertriebe |
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im MLM-System nach
Deutschland - viele auch wieder aus den USA. Leider waren darunter auch
Schmuddelkinder der Branche, denn sie agierten nach dem Prinzip
illegaler Schneeball- und Pyramidensysteme. Es ging nicht so sehr um die
Beratung und den Verkauf von Produkten an den Endverbraucher, sondern
mehr darum, leichtgläubigen Laien mit dem Versprechen märchenhaften
Reichtums überhöhte Warenbestände aufs Auge oder besser in die Garage zu
drücken. |
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Mit Beginn der
siebziger Jahre entwuchs die Branche ihren Flegeljahren |
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Die ersten wirklich
seriösen und renommierten MLM-Unternehmen betraten die Bühne – und
hatten unter dem schlechten Image zu leiden, dass die halbseidenen
Vorgänger erzeugt hatten. Bis heute hält sich das alte Vorurteil,
Network-Marketing sei generell ein illegales oder zumindest unseriöses
System, was natürlich Unsinn ist. |
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Die großen der
Branche erzeugen weltweit Milliarden-Umsätze
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und dies seit
Jahrzehnten. Sie beschäftigen hunderttausende von Vertriebspartnern,
zahlen ihre Steuern, geben vielen fest angestellten Mitarbeitern einen
Arbeitsplatz und engagieren sich in sozialen und kulturellen Projekten.
Daneben gibt es eine Vielzahl von (noch) kleinen Unternehmen, die Farbe
in die Szene bringen und mit neuen Produkt- und Dienstleistungsideen
beweisen, was mit Network-Marketing alles möglich ist. |
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Als Warensortiment |
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werden über diesen
Vertriebsweg vor allem Nahrungsmittel (auch für Tiere),
Nahrungsmittelergänzungen, Gesundheitsprodukte, Körperpflegemittel,
Haushalts- und Autoreiniger, Kosmetik und Düfte verkauft. Neu
dazugekommen sind, nach der Liberalisierung einstiger Monopol-Märkte,
Telekommunikationsdienstleistungen, Gas, Wasser und Strom.
Recht erfolgreich behaupten sich in kleineren Nischen des Marktes auch
Hobbyartikel, Schmuck, Kleidung, Reisen und Benzin- oder Motorölzusätze
für Autos. An den angebotenen Warengruppen ist zu erkennen, dass das
Geschäft am besten mit Verbrauchsartikeln funktioniert, die immer wieder
nachbestellt werden. |
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Denn das
Geschäft steht auf zwei Säulen: |
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1.
Dem
Verkauf von Produkten an den Endverbraucher
2.
Dem
Anwerben, betreuen und ausbilden weiterer Vertriebspartner
Da über 90% der Vertriebspartner ihr Geschäft
nebenberuflich von zuhause aus betreiben, arbeiten sie – zumindest am
Anfang ihrer Karriere – in ihrem persönlichen Bekanntenkreis. Wenn sich
die verkauften Produkte nicht verbrauchen würden, käme das eigene Umfeld
nur ein einziges Mal als Kundschaft in Frage. Ohne Wiederholungskäufe
wäre das Geschäft ein Strohfeuer, das schnell wieder erlischt. Mit
Verbrauchsprodukten hingegen lassen sich treue Stammkunden erzeugen, die
bei entsprechender Pflege über Jahre bei der Stange bleiben.
Die meisten der oben genannten Produkte verbrauchen sich
nicht nur, es sind auch Waren die jeder braucht – ob Frau, Mann oder
Kind. Deshalb kommen alle Nachbarn, Freunde, Kollegen und Bekannte nicht
nur als Kunden sondern auch als potentielle Vertriebspartner in Frage.
Weil Sie alle auch Konsumenten sind, können sie durch den Eigengebrauch
sehr schnell Erfahrungen mit den Produkten gewinnen. Learning-by-doing
wird das auch gerne genannt. Genau dieser Punkt macht die Sache für
viele so interessant: Noch während sie lernen, können sie ihr Geschäft
aufbauen, Kunden und Partner gewinnen und schon das erste Geld
verdienen. |
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Strukturvertriebe
im Finanzdienstleistungsbereich |
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haben da ein etwas
schwereres Los: Sie haben keine Verbrauchsprodukte und müssen daher
schneller zu anderen Kundengruppen vordringen. Vertriebspartner dieser
Organisationen haben lernen deshalb eine Technik bis zur Perfektion –
den Aufbau einer Empfehlungskette. So werden sie dann von einem Kunden
zum nächsten weitergereicht. Auch ist ihr Lernbedarf höher, denn
schließlich tragen Sie Verantwortung für das Geld ihrer Kunden. In den
meisten Unternehmen wird daher der Neuling von einem erfahrenen und
gründlich ausgebildeten Betreuer an der Hand genommen und begleitet. Der
Lohn dieser größeren Mühe ist allerdings dann auch eine deutlich höhere
Provision pro Abschluss. Verdient ein Waren-Networker beim Verkauf
einiger Tuben, Fläschchen und Dosen vielleicht € 10,-- bis € 50,-- pro
Kunde, so können beim Verkauf einer Lebensversicherung schon einige
hundert, bei größeren Abschlüssen sogar einige tausend Euro anfallen. Ob
Warenverkauf oder Finanzvertrieb – beides hat seine Vor- und Nachteile.
Es bleibt letztlich eine Mentalitäts- und Geschmacksfrage, für welches
Geschäft sich jemand entscheidet. |
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Die Macht der
Duplikation |
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ist allen
gemeinsam. Das ist die eigentliche Faszination, die Network-Marketing,
MLM oder das Strukturvertriebsgeschäft ausübt: Das persönliche Einkommen
ist nicht nur auf die Provisionen aus eigenen Verkäufen begrenzt, es
gibt zusätzlich noch eine anteilige Vergütung auf die Vertriebsleistung
der rekrutierten und betreuten Partner. |
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Das bedeutet enorme
Einkommensmöglichkeiten |
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Theoretisch sind es
sogar unbegrenzte Möglichkeiten. Denn jeder kann selbst bestimmen, wie
viele Partner er anwirbt und ausbildet. Jeder entscheidet selbst, wie
groß seine Gesamtorganisation werden soll. Unter diesem Gesichtspunkt
verblüfft es dann nicht mehr so sehr, dass es in der Branche eine
erstaunliche Zahl von Einkommensmillionären gibt. Darunter sind Leute
mit den unterschiedlichsten Biografien. Sie kommen aus allen sozialen
Schichten und Gesellschaftsbereichen. Es sind Leute mit
Universitätsbildung oder Hauptschulabschluss. Sie haben sich das System
zunutze gemacht und – oft in mehreren Ländern – riesige Gruppen mit
vielen tausend Vertriebspartner aufgebaut. Da genügt eben eine Beteilung
von wenigen Prozent oder gar Promille an den Umsätzen, um wohlhabend zu
werden.
Um es mit den Worten eines bekannten Werbe-Slogans zu sagen:
„It’s no trick – it’s Network-Marketing“! |
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Jeder hat sein
eigenes Motiv |
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um im
Network-Marketing einzusteigen. Nicht jeder will reichen werden, aber
sehr viele suchen einen lukrativen Zusatzverdienst. Sie möchten sich ein
wenig Luxus gönnen. Andere wollen sich eine hauptberufliche Existenz
aufbauen um nicht mehr von einem unsicheren Arbeitgeber abhängig zu
sein. Sie wollen von der Globalisierung profitieren und nicht deren
Opfer werden. Manche Mutter will nach der Kinderphase wieder zurück ins
Berufsleben, aber die Familie nicht vernachlässigen – dieses Geschäft
macht es möglich. Andere bauen sich mit Network-Marketing eine eigene
Altersversorgung auf, weil sie den offiziellen Institutionen nicht mehr
trauen. Wieder andere wollen einfach nur neue, interessante Menschen
kennen lernen. Mancher Rentner will sich nicht auf das Ausführen seines
Dackels reduzieren und sucht noch eine Herausforderung. |
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Die Branche
Network-Marketing oder Strukturvertrieb bietet jedem etwas |
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Das macht den Reiz
dieses Geschäftes aus: Es ist nicht einfach nur eine bestimmte Form des
Marketings oder des Verkaufens – es ist auch eine Art Weltanschauung,
eine Art zu leben.
So sind gegenseitige Ermutigung, der Trost bei Rückschlägen, das Spenden
von Anerkennung, das Kümmern um den Geschäftspartner und der
optimistische Blick nach vorne feste Bestandteile der Arbeits- und
Verhaltensweisen in erfolgreichen Organisationen. Natürlich kann man
gutes Geld verdienen – es ist aber auch einfach nur schön, dabei zu
sein. ©
2005 - Michael Strachowitz
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